Exilbadener

Ein Badener in Hessen, badisch by nature


Offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz

Offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz

Januar 2026 – Der Monat, der uns allen die Heizung erklärte

🥶 Der Winter, der sich verirrte – als wäre es 1812

Der Januar 2026 wird meteorologisch vermutlich in die Annalen eingehen als „Operation Frostbeule“: Blizzard, Eisregen und arktische Kälte – ein Wetter, das nicht wusste, ob es ein Winter-Drama oder doch eher ein nordischer Actionfilm sein soll. In Teilen Deutschlands war es der schneereichste Januar seit Jahren, und allein der Deutsche Wetterdienst wirkte so zufrieden, als hätte er endlich wieder einen Zweck.

Straßen wurden zu Eislaufbahnen, Züge zu philosophischen Konzepten („theoretisch unterwegs“) und Heizungen zu den eigentlichen Helden des Monats.

Fazit: Wer im Januar 2026 seine Heizung nicht verflucht hat, besitzt entweder einen Kamin oder eine sehr stabile Beziehung zur Realität.


❄️🌍 Klimawandel im Januar: „Erfrieren für die Erderwärmung“

Mit dem Schnee kam zuverlässig auch die alljährliche Erkenntnis:
Der Klimawandel ist offenbar abgesagt.
Begründung: Es war kalt. Sehr kalt. Und wie jeder weiß, widerlegt eine vereiste Windschutzscheibe jahrzehntelange Klimaforschung.

Social Media verwandelte sich binnen Stunden in ein improvisiertes Klimainstitut mit dem Forschungsschwerpunkt „Ich friere, also stimmt die Physik nicht“. Dass Klimawandel nicht „überall immer wärmer“, sondern mehr Energie im System bedeutet – und damit mehr Extreme –, ging im Schneetreiben unter.

Mehr Energie heißt eben:
mehr Hitzewellen, mehr Starkregen –
und gelegentlich auch Wintereinbrüche mit theatralischem Anspruch, wenn arktische Kaltluft beschließt, Mitteleuropa spontan zu besuchen.

Früher war Winter einfach kalt.
Heute ist Winter ein meteorologischer Wutanfall mit Dramaturgie.

Der Jetstream mäandriert wie ein schlecht gelaunter Gartenschlauch, Kaltluft verirrt sich südwärts, und halb Deutschland diskutiert ernsthaft, ob Schneeschippen nicht doch als verpflichtender Volkssport eingeführt werden sollte.

Satirische Kernerkenntnis:
Der Klimawandel ist wie ein kaputtes Thermostat:
Man stellt „stabil“ ein – und bekommt „Chaos mit Schneefall“.

Oder anders gesagt:
Nur weil der Gefrierschrank noch kalt ist, heißt das nicht, dass das Haus nicht brennt.


🌍 Politik: Große Entscheidungen – später vielleicht

International wurde wieder fleißig debattiert, sanktioniert und vertagt. Die EU erklärte die iranische Revolutionsgarde zur Terrororganisation, was zu diplomatischen Erklärungen führte, die so kalt formuliert waren wie das Wetter draußen.

Parallel dazu pendelte die Weltpolitik zwischen Krisengipfel und Pressekonferenz – mit der gewohnten Erkenntnis, dass man sich prinzipiell einig ist, allerdings nicht über Inhalte, Zeitpläne oder Zuständigkeiten.

Fazit: Politik im Januar war wie Fußball auf gefrorenem Rasen – viel Gerede, wenig Kontrolle, und am Ende liegt jemand.


📈 Wirtschaft: Sonnig – zumindest auf dem Papier

Während draußen alles zufror, zeigten sich die Märkte erstaunlich robust. Analysten sprachen von „verhaltener Zuversicht“, was übersetzt heißt: Es ist nicht gut, aber auch nicht schlecht genug, um etwas zu ändern.

Die Börse überwinterte erfolgreich im eigenen Biotop, perfekt temperiert, fernab der Realität.

Fazit: Wenn es draußen stürmt, zieht sich das Kapital eben einen Schal an.


🎮📺 Popkultur & gepflegter Eskapismus

Gaming-Communities stritten über Event-Zeiten, Wrestling lieferte Drama mit Choreografie, und das Fernsehen half, den Winter zu vergessen – zumindest zwischen zwei Nachrichtenmeldungen.

Reality, Entertainment und Kommentarspalten verschmolzen erneut zu einer großen Soap mit Frostschäden.


🧠 Abspann

Wenn der Januar 2026 ein Mensch wäre, dann dieser eine Kollege, der im Urlaub 300 Fotos von Schnee gemacht hat – und sie dir jeden Morgen zeigt. Zu kalt, zu ernst, aber unfreiwillig komisch.

Und am Ende fragt er:
„Soll ich morgen wiederkommen?“

Antwort:
Nur, wenn du diesmal Kaffee mitbringst. Und weniger Schnee.